Wittgenstein

Derek Jarmans WITTGENSTEIN ist ein ungewöhnliches Porträt eines Philosophen. Der junge Ludwig (gespielt von Clancy Chassay) wird 1889 in eine wohlhabende, wenn auch unglückselige Wiener Familie geboren – als jüngstes von neun Kindern, von denen 4 Brüder Selbstmord begehen, ein anderer hingegen mit nur einem Arm ein gefeierter Pianist wird.

Derek Jarmans WITTGENSTEIN ist ein ungewöhnliches Porträt eines Philosophen. Der junge Ludwig (gespielt von Clancy Chassay) wird 1889 in eine wohlhabende, wenn auch unglückselige Wiener Familie geboren – als jüngstes von neun Kindern, von denen 4 Brüder Selbstmord begehen, ein anderer hingegen mit nur einem Arm ein gefeierter Pianist wird.

        

Während seines Philosophie-Studiums in Cambridge wird Wittgenstein (Karl Johnson) als brillanter Denker entdeckt und von Leuten wie Bertrand Russell (Michael Gough), Maynard Keynes (John Quentin) und Russells Gebliebter Ottoline Morrell (Tilda Swinton) gefördert. Ludwigs Suche nach intellektueller Weiterbildung führt zu einigen eigenartigen Begegnungen, zum Beispiel einer Diskussion mit einem grünen Marsmenschen (Nabil Shaban) über den Sinn des Lebens.

Wittgenstein kämpft zeitlebens mit Gefühlen der Selbstentfremdung und Ungewissheit, zunächst als Gefreiter im Ersten Weltkrieg, dann als Lehrer im ländlichen Österreich, schließlich als Arbeiter in Russland. Auch die B eziehung zu seinem Liebhaber (Kevin Collins) gibt ihm keinen Rückhalt.

Nach seiner Rückkehr nach Cambridge im Jahr 1951 stirbt er an Krebs. Seine letzten Worte sind: „Sag ihnen, ich hatte ein wunderbares Leben.“

        

Mit nur 300.000 Pfund, die er für den Film zur Verfügung hatte, machte Jarman aus der Not eine Tugend. Seine Figuren agieren mit nur wenigen Requisiten vor einem riesigen schwarzen Hintergrund, der das Reich des Unfassbaren und Unverständlichen, vor dem Wittgenstein als Philosoph scheitert, bildlich repräsentiert. Die Leichtigkeit des Drehbuchs (an dem der Oxforder Anglist Terry Eagleton mitwirkte) und der originelle visuelle Ansatz machen WITTGENSTEIN zu einem der prägnantesten und – trotz der Abstraktheit seines Sujets – unterhaltsamsten Filme Jarmans.

„The cinema was Ludwig’s escape. Mine, a garden.” (D. Jarman)

UK 1993, Länge: 75 min, FSK 16, Format: 16:9
Sprache: englische Originalfassung, Untertitel: deutsch
Extras: Booklet - Jarmans Wittgenstein, Wittgensteins Lehre - von Stefan Majetschak, Interviews mit Tilda Swinton und Karl Johnson, Einführung, Hinter den Kulissen, Original-Kinotrailer, Vorschau

TRAILER • DIE DVD