"Mach einfach einen auf Geschichte!"
EDWARD II. von Derek Jarman und das britische Kino

Zum Essay von Jan Künemund

Als Derek Jarman 1991 seinen kommerziell erfolgreichsten Film EDWARD II. drehte, befand sich das britische Kino in einer Krise. Ihr Heil suchte es in authentisch rekonstruierten Geschichts-Epen, die sich nicht selten an Vorlagen aus der klassichen Literatur anlehnten: HENRY V. von Kenneth Branagh nach Shakespeare war zwei Jahre zuvor beispielsweise einer der erfolgreichsten britischen Filme überhaupt.

HENRY V. bediente ein internationales Bedürfnis nach Britishness einerseits und ein nationales Bedürfnis nach filmischer National-Kultur andererseits. Wie ist es da zu verstehen, dass mit Jarman auch der vielleicht anti-nationalistischste Filmkünstler Englands ein klassisches englisches Königsdrama verfilmt?

Der Essay von Jan Künemund versucht eine Einordnung von EDWARD II. in den Kontexten der englischen Geschichte, Hochkultur und Situation der nationalen Filmproduktion. Und arbeitet heraus, wie der Filmemacher das Bedürfnis nach identitätsstiftender und exportierbarer Britishness als subversive Folie für den Kampf um Anerkennung queerer Lebensentwürfe nutzt.

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